Das erste Jahr mit einem Aussie

Immer wieder kommt die Frage auf, wie viel soll ich meinen Welpen beschäftigen?

Das A und O bei jedem Welpen, ganz speziell aber bei den Welpen aus einer Arbeitshunde Rasse, ist es, Ruhe zu lernen und auszuhalten!

Ganz besonders wichtig ist es im ersten Lebensjahr die Ruhe beizubringen und diese auch einzufordern. Bedenken Sie, dass ein Welpe 20 bis 22 Stunden Schlaf pro Tag benötigt. In Relation zu den 24 Stunden, die man am Tag zur Verfügung hat, sieht man, wie viel das ist.

Viele Welpenbesitzer fragen mich oft, was kann ich machen: der kleine Zwerg läuft wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung, springt an uns hoch, beißt uns in die Hände und bellt uns an. Meine Gegenfrage ist dann: Wie viel schläft der Welpe? Und genau bei dieser Frage stoßen wir immer wieder auf das gleiche Problem: ZU WENIG! Es ist ganz klar, dass der Zwerg vor lauter Übermut und Überlastung ausflippt. Daher nehmen Sie es sich zu Herzen und führen Sie es sich immer und immer wieder vor Augen: ein Welpe benötigt bis zu 20 Stunden Schlaf!

Nur wie geht das? Wie bringe ich es meinem Welpen bei? Der oder die Kleine wollen nicht schlafen?

Ich persönlich kann Ihnen nur zu einer Hundebox raten. Diese muss selbstverständlich dem Welpen positiv schmackhaft gemacht werden. Es geht nicht, dass ich mir eine Box kaufe und den Welpen einfach in diese stecke und Klappe zu. Nein der Zwerg muss Schritt für Schritt an die Box gewöhnt werden! Wie stelle ich das nun an? Ganz einfach, er wird in seiner Box gefüttert. Am Anfang lasse ich die Tür der Box auch noch offen, jedoch bestimmen wir Menschen wann und wie lange er in der Box bleiben sollte. Das heißt auch wenn der Welpe mit dem Fressen fertig ist darf er die Box noch nicht verlassen. Setzen Sie sich vor die offene Box, sobald Ihr Welpe diese wieder verlassen möchte, zeigen Sie Ihm mit ganz ruhiger aber entschlossener Körpersprache: Nein du bleibst. Ich verwende hierfür das Signal PAUSE. Immer wenn er versucht aus der Box zu laufen, schieben Sie Ihn vorsichtig zurück auf seinen Platz und geben ihm das Kommando PAUSE. Dies ist ein Geduldsspiel für die Besitzer, aber ich kann Ihnen versprechen es lohnt sich :-) und schon nach kurzer Zeit wird der Welpe es verstanden haben. WICHTIG ist es: bleiben Sie bei den Korrekturen immer ruhig und neutral, denn jede Art von Anspannung wirkt sich negativ auf den Hund aus. Dies gilt übrigens für jegliche Art von Übungen mit Ihrem Vierbeinern. Glauben Sie nicht wie feinfühlig unsere Tiere sind. Ob Pferd, Hund, etc. alle Tiere nehmen unsere Gefühle und Stimmungen sofort auf, egal ob diese positiv oder negativ sind. Ein Hund ist Ihr Spiegel :-)

Ist die Box dem Welpen vertraut und fühlt er sich darin wohl, sorgen Sie dafür, dass er sich in dieser erholen kann. In der Box soll er sich seine Auszeit nehmen und den Schlaf bekommen, den er braucht. Die Box ist der Rückzugsort für Ihren Hund. Bitte sorgen sie dafür, dass weder Kinder noch sonstige Besucher an die Box gehen. Ihr Hund muss sich darauf verlassen können, dass er in der Box völlig in Ruhe gelassen wird. Dies gilt auch für alle anderen Schlafplätze unserer Hunde. Er verlässt sich darauf und wird es Ihnen mit seiner entspannten, ruhigen Energie danken.

Ich weiß es redet sich so einfach und im wahren Leben ist es eine Geduldsprobe, aber glauben Sie mir dies zahlt sich aus.

Für jeden der keine Box verwenden möchte (was ich natürlich auch verstehen kann) etablieren Sie den Liegeplatz des Welpen als Ort der Ruhe und fordern Sie hier, genauso wie bei der Box, die Pausen ein. Ihr Welpe kann noch nicht abschätzen, wann er eine Pause braucht! Ich persönlich habe hier natürlich einen klaren Vorteil, da meine Erwachsenen Hunde den Welpen die Ruhe beibringen und einfordern. Glauben Sie nicht das die Mutterhündin es je akzeptieren würde, wenn Sie gerade Ihr Mittagsschläfchen hält, gestört zu werden. NEIN sie gibt den Welpen ganz klar und eindeutig zu verstehen: jetzt ist Pause und daran wird sich auch gehalten :-) Die Mama macht es uns vor und wir müssen es übernehmen. Ihrem Welpen wurden bereits in den 8 Wochen bei der Hündin klare Grenzen gezeigt. An diese sollten Sie nun anknüpfen.

So nun können wir die Übung mit der Box; unser Welpe bekommt genügend Schlaf. Was machen wir die ca. 4 Stunden die übrig bleiben?

Ich bringe meinen Hunden im ersten Jahr Sitz, Platz, den Rückruf und die Leinenführung bei. Mehr nicht!!! Warum kein Ballspiel oder Kopfarbeit wie z. B. Nasenarbeit? Weil man einen Arbeitshund ganz schnell zu einem Workaholic heran gezogen hat, der dann keine Pause mehr kennt. Der Ihnen zum Beispiel permanent den Ball vor die Füße legt, Sie fixiert bis Sie diesen endlich werfen und somit niemals zur Ruhe kommen kann. Wollen Sie das? Ich persönlich nicht! Es reicht im ersten Jahr vollkommen aus mit seinem Hund Sitz, Platz, den Rückruf und die Leinenführung zu üben, glauben Sie mir dies ist für den Hund anstrengend genug, denn so ein heranwachsender Hund kann sich nicht Stunden lang konzentrieren. Die Übungen sollten auch nicht all zu lange andauern, ein paar Minuten sind vollkommen ausreichend (mit zunehmenden Alter können Sie die Zeit der Übungen steigern). WICHTIG: Die Übungen sollten ja schließlich für Sie als Mensch und für den Hund immer mit einem Erfolgserlebnis enden und nicht mit Frust! Darum denken Sie daran: WENIGER IST MEHR!!! Glauben Sie mir, mit der Zeit können Sie Ihren Hund gut einschätzen wie lange er aufmerksam die Übungen ausführen kann und ab wann es einfach zu viel ist.

Dann gehen wir mit unseren Welpen ganz einfach NUR spazieren. Lassen Sie Ihren Hund auch Hund sein. Lassen Sie ihn Zeitung (schnüffeln) lesen. Glauben Sie mir, dies ist für unsere Hunde auch sehr anstrengend bzw. ermüdend und vor allem es ist hündlich sowie das natürlichste der Welt. Wir müssen unsere Hunde nicht auf unseren Spaziergängen Dauer beschäftigen!

Was mir auch noch sehr am Herzen liegt:

1. Jeder Welpe hat einen natürlichen Folgeinstinkt, fördern Sie diesen. Machen Sie nicht den Fehler Ihren Welpen z. B. mit Lauf (wie es uns viele Hundeschulen lehren) anzutrainieren sich von Ihnen zu entfernen. Dies ist nicht natürlich für einen Hund. Der Welpe wird sich mit der Zeit ganz von selbst etwas weiter von Ihnen entfernen, um die Welt zu erkunden. Bitte beachten Sie aber auch hier, dass die natürliche Grenze eines Hundes bei 10 Metern liegt. Sofern sich Ihr Hund selbständig aus diesem Radius bewegt, erinnern Sie Ihn daran und rufen Ihn wieder zurück. Bitten Sie ihn, mit Ihren Rückruf, die 10 Meter zu beachten. Aber glauben Sie mir, wenn Sie Ihren Welpen nicht weg schicken wird er seine natürliche Grenze nicht überschreiten. Klar es kommt die Pubertät, aber wenn Sie von Anfang an Ihrem Welpen diesen Radius (der Ihm ja schließlich mit in die Wiege gelegt wurde) einhalten lassen, werden Sie auch gut durch die Pubertät kommen :-)

2. Mein Welpe sucht Schutz bei mir. Was tun? Gewähren Sie ihm diesen auf jeden Fall und ausnahmslos immer! Auch wenn der Hund erwachsen ist. Schicken Sie ihn niemals weg! Das ist die Basis einer sehr guten Mensch-Hund-Beziehung. Was meine ich damit? Beispielsweise ein fremder Hund kommt auf Sie und Ihren Welpen zu, die erste Reaktion: Ihr Welpe stellt sich hinter Sie, was soll ich tun? Dem Welpen die Sicherheit geben die er braucht. Schicken Sie ganz ruhig und bestimmt den fremden Hund weg. Bleiben Sie dabei immer ruhig und souverän, nicht nervös werden und schreiend den anderen Hund in die Flucht schlagen ;-). Was lernt mein Welpe dabei? KLASSE auf mein Frauchen oder Herrchen kann ich mich verlassen. Bei Ihnen bin ich sicher, die passen auf mich auf.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein paar gute Ansätze für das erste Jahr mit Ihrem Aussie vermitteln und immer daran denken RUHE ist das A und O für unsere Aussies :-)

Jetzt wünsche ich allen ganz viel Spaß mit Ihren Hunden und für die Sportfanatiker unter uns, ist das erste Jahr überstanden darf natürlich auch Sport mit unseren Aussies ausgeübt werden ;-) Also keine Sorge eure Zeit wird kommen!