Dein Spiegel

Der Hund als dein Spiegel. Nicht nur der Hund ist dein Spiegel, jedes Tier nimmt deine Emotionen wahr und spiegelt diese ungefiltert wieder. Jeder Reiter weiß wovon ich spreche!

Warum nutzen wir diesen Spiegel nicht besser? Warum suchen die meisten den Fehler bei den Tieren?  An Stelle die „Misserfolge“ als eine Möglichkeit zu betrachten. Die Chance zu Lernen, die Chance in sich zu blicken und sich mal selbst zu reflektieren? Unsere Hunde bieten uns hier jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit, nur leider wollen wir Menschen diese nicht ergreifen. Wovor haben wir Angst? Vor der Wahrheit wer wir wirklich sind?

Wenn unser Hund z. B. nicht zur Ruhe kommt; sollten wir uns hier nicht fragen ob es an unserer inneren Unruhe liegen könnte? Nein wir Menschen neigen dazu den Fehler beim Tier zu suchen. Hier kommen gleich Antworten wie, das liegt an der Rasse oder das liegt an den Hormonen etc.! Dann wird wie wild sofort kastriert oder von der einen zur nächsten Hundeschule gerannt ohne Erfolg.

Dabei ist die Antwort doch so einfach! Schau in dich, wenn etwas schiefläuft und sei selbstkritisch. Wieso hat mein Hund gerade auf einen gewissen Reiz geantwortet? Was will er mir zeigen? Man wird die Antwort finden, solange man bereit ist sich den Spiegel vor die Nase zu halten und sich darin genau zu betrachten, auch wenn wir hier manchmal Antworten erhalten werden, die wir eigentlich nicht hören möchten!

Ein schöner Satz hierzu: Versuche nicht den Spiegel zu putzen, solange du selbst Dreck im Gesicht hast.

Um das ganze noch zu verdeutlichen; möchte ich euch eine Geschichte von meinem damaligen Pferd (ein Wallach Namens Rumpel) und mir erzählen:

Rumpel war ein absolutes Verlasspferd, niemals hatte er irgendeinen bösen Gedanken, er ging mit mir durch dick und dünn. Bis auf einen Tag! Damals bin ich nach einem sehr stressigen Arbeitstag an den Stall gefahren, total genervt, total abgehetzt. Ich dachte mir; egal jetzt geh ich mit Rumpel eine Runde ins Gelände um etwas abzuschalten. Bereits am Putzplatz war er sehr unruhig und auf Konflikt mit mir aus. Ohne diese Zeichen ernst zunehmen bin ich mit Ihm losgeritten. Der ganze 1,5 Stunden Ritt war eine reine Katastrophe. Rumpel war sehr nervös, hat sich vor Dingen erschreckt die sonst kein Thema waren. Alles hat sich hochgeschaukelt, ich immer zorniger und Rumpel hat es mir zum Schluss hin ganz deutlich gezeigt: Mit deiner Energie bin ich heute nicht einverstanden! Und es geschah was geschehen musste, er hat mich zum ersten Mal zurecht den Boden küssen lassen. Wofür ich Ihm sehr sehr dankbar war, er hat mir ganz klar kommuniziert mit deiner derzeitigen Energie geh ich nirgends mit dir hin. Ich bin froh darüber, denn durch dieses Ereignis reflektiere ich mich noch viel mehr als vorher. Klar hat jeder mal einen schlechten Tag und das ist auch jedem sein gutes Recht. Ich habe allerdings daraus gelernt und gehe in mich, frage mich jeden Tag aufs Neue ,wer bin ich heute, was strahle ich aus. Wenn ich gestresst, zornig oder sonst eine negative Stimmung habe, dann lasse ich meine Tiere lieber in Ruhe und wir arbeiten an diesen Tagen nicht zusammen. Es würde nur in einer Konfliktsituation enden, die meinen Tieren gegenüber nicht gerecht wäre. 

Wir können von unseren Tieren so viel über uns lernen, sie sind so feinfühlig und ehrlich. Nutzen wir doch einfach das Potential unserer Weggefährten.